MINDESTLOHN: Aufzeichnungspflichten für Arbeitgeber

Sonntag, 28.06.2015

Der Mindestlohn sei ein Bürokratiemonster, schimpfen Unternehmen und Wirtschaftsverbände. Sie kritisieren die zusätzlichen Aufzeichnungspflichten für Arbeitgeber. Welche Aufzeichnungspflichten der Mindestlohn mit sich bringt und wen sie betreffen, hat das Internetfachportal Lohn1x1.de zusammengefasst.

Brandenburg (Havel), 02.06.2015. Arbeitgeber müssen strenge Aufzeichnungspflichten für den Mindestlohn beachten. Doch die Pflichten gelten nicht für alle Unternehmen. "Maßgabe ist das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz", erklärt Redakteur Wolff von Rechenberg vom Internetfachportal Lohn1x1.de: "Für die in diesem Gesetz genannten Branchen gelten mit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zusätzliche Ausfzeichnungspflichten". Dazu zählen zum Beispiel Logistik, Gastronomie und Bauwirtschaft. Unabhängig von der Branche sind Unternehmen betroffen, die Leiharbeiter oder Minijobber beschäftigen. Die Aufzeichnungspflichten gelten jedoch nicht für Privathaushalte, wenn sie Minijobber beschäftigen.

Aufzeichnungspflichten light für bestimmte Arbeitnehmer

Einfacher wird es für betroffene Unternehmen, wenn der Arbeitnehmer mindestens 2.985 Euro brutto verdient. Dann gelten vereinfachte Aufzeichnungspflichten. Vereinfachungen hat der Gesetzgeber auch für Arbeitnehmer eingeführt, die mobile Tätigkeiten ausüben oder die vom Arbeitgeber keine genauen Vorgaben für ihre tägliche Arbeitszeit bekommen. Für diese Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber lediglich die tägliche Arbeitszeit, nicht aber Beginn und Ende der Arbeitszeit aufzeichnen. Das gilt uner anderem für Post- und Paketzusteller, für die Straßenreinigung oder den Winterdienst.

Tücken bei der Aufzeichnung: Ungeklärte Pausenzeiten

Den Umfang der Aufzeichnungen hat der Gesetzgeber § 19 Abs. 1 Arbeitnehmerentsendegesetz (AEntG) festgelegt. Demnach müssen betroffene Arbeitgeber für jeden Arbeitnehmer Arbeitsbeginn, Arbeitsende und Arbeitsdauer aufzeichnen und diese Unterlagen zwei Jahre lang aufbewahren. "Die Pausenzeiten sollten Arbeitgeber ebenfalls aufzeichnen", rät Wolff von Rechenberg. Das fordert unter anderem der Zoll, der die Einhaltung des Mindestlohns überwachen soll. Doch daran gibt es Zweifel. Denn im Gesetz findet sich keine Aufzeichnungspflicht für Pausenzeiten. Deshalb empfiehlt Lohn 1x1: Pausenzeiten gesondert erfassen und aufbewahren, bis die Frage abschließend geklärt ist. Selbstverständlich müssen Arbeitgeber Urlaubs- und Krankheitszeiten erfassen.

Der Beitrag wurde von Lohn1x1.de zur Verfügung gestellt.
Wir danken hierfür recht herzlich.

« Zurück